Trophie-Monitoring an einem Baggersee in Niederkassel: Nährstoffhaushalt und Gewässergüte nach LAWA-Verfahren

DIE GEWÄSSER-EXPERTEN haben den See einer Kiesgrube in Niederkassel (Rhein-Sieg-Kreis) gewässerökologisch untersucht. Ziel war eine fundierte Bewertung des Nährstoffhaushalts und der Gewässergüte. Grundlage war das Verfahren zur Trophieklassifikation von Seen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA 2014). Ergänzend wurde das Wasser auf Schwermetalle analysiert.

Baggerseen entstehen durch den Abbau von Kies und Sand und sind oft tief und nährstoffsensibel. Für Betreiber und Behörden stellt sich daher die Frage, wie sich die Wasserqualität entwickelt und ob eine Eutrophierung droht. Unser Monitoring liefert eine belastbare Bestandsaufnahme des Zustands und schafft die Basis für ein nachhaltiges Gewässermanagement.

Über den gesamten Untersuchungszeitraum (Frühjahr bis Spätsommer 2026) hat unser Team regelmäßig Probenahmen und Messungen vor Ort durchgeführt. Erfasst wurden die trophierelevanten Kenngrößen Sichttiefe, Chlorophyll-a-Gehalt und Gesamtphosphor. Hinzu kamen Tiefenprofile von Sauerstoff und weiteren physikalisch-chemischen Parametern in verschiedenen Wasserschichten. Eine Schwermetallanalytik ergänzte das Programm, um mögliche Schadstoffbelastungen verlässlich einzuschätzen.

Die Bewertung erfolgte nach der LAWA-Richtlinie zur Ermittlung des Trophie-Index, die ausdrücklich auch für Baggerseen gilt. Aus Chlorophyll a, Sichttiefe und Gesamtphosphor wird ein Trophie-Index berechnet und einer Trophieklasse von oligotroph bis hypertroph zugeordnet. Der Abgleich mit dem gewässertypischen Referenzzustand zeigt, ob und wie stark der See vom natürlichen Nährstoffniveau abweicht.

Warum ist die Sommerschichtung entscheidend?

Tiefe Baggerseen bilden im Sommer eine stabile thermische Schichtung aus. Das Tiefenwasser ist dann vom Austausch mit der Oberfläche abgeschnitten, und Sauerstoff kann knapp werden. Unter diesen Bedingungen kann Phosphor aus dem Sediment freigesetzt werden. Messungen in mehreren Tiefen machen solche Prozesse sichtbar und erlauben es, eine beginnende Eutrophierung frühzeitig zu erkennen.

Auf einen Blick

  • Gewässer: Baggersee einer Kiesgrube in Niederkassel (Rhein-Sieg-Kreis, NRW)
  • Leistung: Trophie-Monitoring mit ergänzender Schwermetallanalytik
  • Methode: Trophieklassifikation von Seen nach LAWA (2014)
  • Kernparameter: Sichttiefe, Chlorophyll a, Gesamtphosphor, Sauerstoff-Tiefenprofile, Schwermetalle
  • Status: abgeschlossen
  • Durchführung: DIE GEWÄSSER-EXPERTEN, Siegburg

Häufige Fragen

Was bedeutet Trophie bei Seen?

Die Trophie beschreibt die Nährstoffversorgung eines Gewässers und die daraus folgende Produktion von Algen und Wasserpflanzen. Eine hohe Trophie kann zu Algenblüten, Sauerstoffmangel und eingeschränkter Nutzbarkeit führen.

Wofür wird der Trophie-Index nach LAWA genutzt?

Er ist das bundesweit einheitliche Verfahren zur Einstufung der Nährstoffsituation stehender Gewässer. Behörden nutzen ihn unter anderem für Genehmigungen, Auflagen und Monitoringkonzepte.

Warum wurden zusätzlich Schwermetalle untersucht?

Bei Abgrabungsgewässern lassen sich stoffliche Einträge aus Umfeld, Grundwasser oder Verfüllmaterial nicht immer ausschließen. Die Analytik sorgt für Klarheit über mögliche Belastungen.

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